Testlauf und Ausbau des Motors

Eine Sache stand noch aus, bevor es richtig zur Sache geht: Ich wollte den Motor hören. Dabei ging es mir weniger um den Sound, als um die Tatsache, das er gesund ist.

Armin hat mir beim Verkauf zugesichert, dass der Motor korrekt funktioniert und ich hatte natürlich keinen Grund, ihm das nicht zu glauben. Dennoch wollte ich es selber erleben, sein Auto zum ersten Mal zu hören ist schließlich ein erhabenes Gefühl.

Ich habe mir von meinem Freund Memduh eine Zündspule für 12 V geliehen und ein paar Adapterkabel gebastelt, um den Anlasser zu betätigen. Danach habe ich das Ventilspiel korrekt eingestellt und das Motoröl gewechselt – dieses war nur mit guter Zusprache dazu zu bewegen, die Ölwanne zu verlassen… es muss jahrzehntelang dort verweilt haben!

Ölwanne unter dem VW Käfer bei Ablassen des Motoröls
Das alte, zähflüssige und jahrzehntealte Motoröl muss natürlich raus, bevor der Motor wieder gestartet wird.

Bilder sagen mehr als 1.000 Worte – und ein Video mehr als 1.000 Bilder. Daher probieren wir jetzt also mal etwas ganz neues auf BugTales.de. Ich präsentiere euch ein Video des ersten Testlaufs!

Unmittelbar danach konnte ich dann mit dem Motorausbau beginnen. Der Motor muss raus, da ich diesen reinigen (nicht überholen) möchte. Ausserdem führt am Ausbau kein Weg dran vorbei, wenn ich die Bodengruppe sauber sanieren möchte.

Aufgebockter VW Käfer in Vorbereitung auf einen Motorausbau
Das Heck des Käfers wurde entsprechend hoch gebockt, um den Motor nach unten ablassen zu können.

Binnen weniger Minuten war der Motor aus dem Käfer ausgebaut. Wie allgemein bekannt, ist das aufwendigste daran die Vorarbeit: Ich habe das Heck des Fahrzeugs entsprechend hoch gebockt, um den Motor anschließend bequem ablassen zu können.

Ausgebauter Motor hinter einem VW Käfer
Zwar kein Weltrekordtempo, aber wirklich aufwendig ist der Ausbau nicht: Der Motor ist bereit für die Säuberung.

Der Motor wird nun einen sicheren Platz in der Mysteriösen Halle erhalten. Im Laufe der nächsten Monate wird er dann gereinigt und 1:1 wieder verbaut, wenn der Rest dafür bereit ist.

Ein echter Scheunenfund

Schon vor einigen Monaten, unmittelbar nach dem Kauf des Standard-Käfers, erreichten mich tolle Bilder, die die Historie meines Fahrzeugs eindrucksvoll belegen.

Armin, der nette Verkäufer meines Fahrzeugs, hat den Standard ein paar Monate vor meinem Kauf zusammen mit einem Ovali in einer Scheune entdeckt. Wir können hier also tatsächlich von einem echten Scheunenfund sprechen – und natürlich möchte ich euch diese Bilder nicht vorhalten.

Scheunenfund eines VW Käfer, bedeckt mit Stroh und Dreck
Unmittelbar nach betreten der Scheune fällt der Blick auf ein bekanntes Gesicht.

Wie viele Jahre der VW Käfer in der Scheune stand, wurde leider nicht übermittelt. Die Spuren auf dem Lack deuten aber darauf hin, dass es mehrere Jahre gewesen sein müssen. Im Hintergrund ist hier auch schon der Ovali zu sehen, der zusammen mit meinem Standard-Käfer aus seinem Zwischenlager befreit wurde.

Innenraum des VW Käfer während der Lagerung innerhalb einer Scheune
Der Innenraum zeigt sich nach jahrelanger Lagerung in der dunklen Scheune zwar dreckig, aber intakt.

Unberührt, wie in einer Zeitkapsel, hat der Innenraum des Standard-Käfer die jahrelange Lagerung überstanden. Die Schonbezüge auf den Sitzen und den Türverkleidungen zeigen sich dabei maßgeblich für den hervorragenden Zustand des Innenraums verantwortlich.

VW Käfer beim Ausparken aus einer Scheune, bedeckt mit Stroh und Dreck
Mit reiner Muskelkraft wird der VW Käfer aus seiner Herberge verschoben.

Einen authentischeren Scheunenfund gibt es damit kaum noch – auf einen Start des Motors wurde an dieser Stelle verzichtet.

Standard- und Export-Modell des VW Käfer nach der Bergung aus einer Scheune
Beide Käfer warten nach ihrer Bergung auf den Transport in ihr neues Zuhause – und auf ihre neuen Besitzer.

Wie schon geschrieben, konnte Armin neben meinem Standard-Käfer auch einen Ovali aus den Tiefen der Scheune bergen. Laut den Bildern scheint mein riedgrüner Standard die Lagerung etwas besser überstanden als der blaue Ovali.

Standard-Modell des VW Käfer auf einem PKW-Anhänger, bereit für einen Autotransport
Rückwärts auf den Hänger und bereit für die kurze Reise.

Das Ende einer Ära endete dann mit dem Transport auf dem PKW-Anhänger. Eine weite Reise war es nicht, hat Armin die Käfer doch in seiner Nachbarschaft gefunden.

Verdrecktes Standard-Modell und Export-Modell des VW Käfer nach Bergung aus einer Scheune
Bereit für den Verkauf im neuen Zuhause, das Bild entspricht dabei fast der späteren Verkaufsbilder im Bugnet.

Der Ovali und der Standard wurden beide unmittelbar hintereinander und im unveränderten Zustand im Bugnet eingestellt. Leider weiß ich nicht, wohin der Ovali verkauft wurde – war ich doch daran kurzfristig auch interessiert.

Zukunftsplanung

Alles muss raus am Ende des Jahres: Die Vorbereitungen für die weiteren Arbeiten laufen auf Hochtouren.

Ja, mein Firebird Trans Am, den ich in jahrelanger Arbeit zum „K.I.T.T.“ aus „Knight Rider“ verwandle (mehr dazu auf myKNIGHT.de) hat aktuell nach wie vor Vorrang.

Dennoch habe ich mich Ende des Jahres nochmal hingesetzt und mir überlegt, wie es mit dem Käfer weitergehen soll. Mein Standard ist original und dementsprechend relativ selten. Gebaut 1959, also vor über 55 Jahren, steht der Kleine mittlerweile kurz vor der „Rente“. Nur klar, dass sich da Ermüdungserscheinungen zeigen. An der Bodengruppe nagte der Zahn der Zeit ebenso wie an dem Häuschen, letzteres weist jedoch die von mir so geliebte Patina auf, die ich nicht zerstören möchte.

Meine Planung sieht daher wie folgt aus: Ich möchte die Bodengruppe inkl. Motor, Getriebe und den Achsen überholen. Der Käfer soll auf einem zuverlässigen und stabilen Fundament stehen. Zum Einsatz sollen dabei möglichst gute Gebrauchtteile oder Neuteile von Vewib kommen. Das Häuschen behält seine Patina und wird nicht lackiert – die stark in Mitleidenschaft gezogenen Stellen (z.B. Warmluftkanäle, Querträger, Seitenteile und die hinteren Endspitzen) werden jedoch umfassend instand gesetzt. Ich möchte keine „Ratte“ mit tausend Löchern, aber den Charme der Zeit erhalten. Kleine Beschädigungen bleiben daher erhalten.

Nach dem Entfernen des Teppichs wird der Zustand des Häuschens deutlich. So gibt es gute Ecken, wie z.B. die vordere Spritzwand und nicht ganz so gute Ecken, wie das untere Ende der A-Säule auf der Beifahrerseite.

Vordere Spritzwand mit entferntem Teppich
Die vordere Spritzwand macht nach der Entfernung des Teppich einen guten Eindruck.
Beschädigte A-Säule und Warmluftkanal auf der Beifahrerseite des VW Käfer
Notwendige Arbeiten werden an der A-Säule deutlich, die bereits einmal mit Fiberglass repariert wurde.

In Vorbereitung auf den ersten Schritt – die Demontage des Häuschens zur Überarbeitung der Bodenplatte – habe ich Ende 2015 die Innenausstattung komplett ausgebaut und an einem sicheren Ort eingelagert. Es wäre schließlich zu schade, wenn die gut erhaltene Ausstattung in irgendeiner Form beschädigt werden würde.

Sehr gut erhaltene Vordersitze des VW Käfer nach dem Ausbau
Beide Sitze inkl. Rücksitzbank waren dank Schonbezügen vor den Einflüssen der letzten Jahrzehnte gut geschützt.

Auch die Türverkleidungen sind in einem wirklich sehr guten Gesamtzustand. Sie wurden jahrelang durch eine selbstgebaute, grüne Abdeckung geschützt.

Sehr gut erhaltene Türverkleidungen des VW Käfer nach dem Ausbau
Schonbezüge schützten sogar die Türverkleidungen vor Verschleiss und Witterung.

Wie es nun weitergeht? Es gibt keinen Zeitplan für 2016. Doch der Käfer wird mir – immer mal wieder – als schöne und spannende Abwechslung zur Firebird-Restauration dienen.

Zwischen Tür und Angel

Alle paar Wochen passiert das ein oder andere am VW: Nun ist er wieder einigermaßen vollständig.

Mit Lars aus der Nähe von Hamburg erhielt ich schnelle und zuverlässige Unterstützung. Ich war auf der Suche nach Scharnieren für meine Türe, er verkaufte mir eine komplette Türe der Fahrerseite zu einem fairen Kurs – so weit, so gut!

Leider hat einer der vielen Vorbesitzer das untere Scharnier mit Schweißpunkten gesichert – ein Schelm, wer böses dabei denkt. Da der Kurs für die Türe mehr als fair war, habe ich mir das Leben einfach gemacht und die untere Ecke herausgetrennt. Nach ca. 1,5 h waren beide Scharniere ausgebaut.

Ausgeschnittener Teil einer Türe eines VW Käfer
Aufgrund des schlechten Zustands der Spendertüre wurde das Scharnier großzügig entfernt.

Ich musste jetzt natürlich ausprobieren, ob die Türe mit den neuen Scharnieren wieder passt und schließt. Ich habe die Scharniere provisorisch in die originale Türe geschraubt und im Türausschnitt montiert.

VW Käfer mit montierter Fahrertüre und überholten Scharnieren
Die Fahrertüre ist wieder montiert, mit provisorisch montierten Scharnieren.

Nein, es ist nicht perfekt. Aber: Die Türe schließt und bleibt sicher geschlossen. Ich kann damit wohl ausschließen, dass der Rahmen größere Schäden davongetragen hat. Und um die Spaltmaße werde ich mich zu gegebener Zeit kümmern, für dieses Jahr steht nur noch eine ausführliche Reinigung des Krabblers an.

Stück für Stück

Trotz der intensiven Arbeiten am Firebird-Projekt fällt ab und auch etwas Zeit für den Käfer ab.

Da der Käfer so wunderbar eingeparkt wurde, habe ich die Begutachtung der linken Fahrzeugseite fortgesetzt. Auch im vorderen Radkasten wurde in erster Linie Dreck verwendet, um den Wagen zu konservieren – das hat mehr oder weniger gut funktioniert, wie die Roststellen zeigen.

Bundbolzen-Vorderachse des VW Käfer mit einer Versiegelung aus Dreck
Scheinbar Spuren der Lagerung in der Scheune: Die dicken Dreckstellen überall in den Radkästen.
Gereinigtes Seitenteil des VW Käfer nach einer groben Reinigung
Nach einer groben Reinigung des Vorderteils vermittelt sich ein relativ positives Bild von der Substanz.

Interessant zu sehen, dass es auch in diesem Bereich einen oder mehrere der obligatorischen „Flicken“ gibt, mit denen das Fahrzeug zur damaligen Zeit „wertgerecht“ repariert wurde. Ich hoffe, da kommen keine böseren Überraschungen auf mich zu.

Reparierter Rostschaden des VW Käfer am linken Seitenteil
Eine typische Reparaturstelle am Standard-Käfer zeigt, wie das Fahrzeug wertgerecht repariert wurde.

Wenn die Fahrertüre wieder montiert ist, freue ich mich schon auf eine Intensivreinigung mit dem Hochdruckreiniger…

Ab in die Ecke

Zugedeckter VW Käfer in einer Ecke der Mysteriösen Halle
Eingeparkt und zugedeckt wartet der Standard in der Mysteriösen Halle auf seine bevorstehende Wiederbelegung.

Nun ist erstmal der Firebird wieder dran: Man soll angefangene Arbeiten bekanntlich beenden, bevor man neue beginnt zu tief in neue einsteigt. :)

Licht und Schatten

Nein, ich fange jetzt keine Restauration an, denn vorher wird ein anderes Projekt beendet. Aber schauen kann man ja mal!

Der Warmluftkanal ist auf den vorderen 80 % stabil, zumindest innen und oben. An der Schraubkante des Trittbretts hat jemand ein Blech aufgeschweisst, dass Trittbrett selber wurde mit selbstschneidenden Schrauben montiert. Ein jeder kann sich nun denken, wie es unter dem Blech aussieht.

Kernige Verbindung des Warmluftkanals mit der A-Säule des VW-Käfer
Das vordere Ende des Warmluftkanals macht Lust auf mehr: Nicht perfekt, aber eine stabile Verbindung zur A-Säule.
Aufgeschweisstes Reparaturblech über der Schraubkante des Warmluftkanals des VW Käfer
Stichwort: Zeitwertgerechte Reparaturschweißungen.

Im hinteren Bereich ist der Warmluftkanal leider angegriffen. Wie auf den Fotos der letzten Tage zu sehen, wurde im Radkasten im Bereich der Achslagerung gebraten. Hier rostet es: Teile des Querträgers und der Warmluftkanal sind betroffen, das Innnenblech des Seitenteils glücklicherweise nur zu einem kleinen Teil.

Beschädigter Querträger des VW Käfer
Auch von Innen sieht der Querträger nicht besser aus. Hier ist viel Arbeit notwendig, ein Austausch steht an.
Korrosionsschäden an der Bodenplatte des VW Käfer
Unterhalb der Teerpappe hat der Rost heftig zugeschlagen: Um einen Ersatz komme ich nicht herum.

Beim Kauf fiel mir schon auf, dass der Wagenheber Schäden verursacht hat. Der äußere Bereich der Bodenplatte und die Schraubkante wurden hochgedrückt. Ich habe den Dremel ausgepackt und das Seitenteil sauber aufgetrennt: Natürlich kamen mir Unmengen an Rostbrocken entgegen, die Folge der „wertgerechten“ Reparatur vor vielen Jahren. Positiv: Das Seitenteil selber ist stabil, oberhalb der Schnittlinie ist kein massiver Rost mehr vorhanden.

Aufgeschnittenes Seitenteil des VW Käfer
Der erste Schnitt in die Karosserie: Alles oberhalb der Schnittkante ist top, soweit man sieht.
Große Korrosionsschäden im Inneren des Warmluftkanals des VW Käfer
Die Originalteile sind noch vorhanden, auch wenn sie über die Jahrzehnte ihre Substanz verändert haben.

Der Plan:

  1. Komplettaustausch des Warmluftkanals
    Ein Teilersatz wäre zwar schön aus Gründen der Originalität, ist aber vermutlich aufwendiger bei geringeren Erfolgsaussichten geringer. Wäre nur der hintere Teil betroffen, würde ich anders denken, doch da ist ja noch die Schraubkante.
  2. Partieller Austausch des Querträgers
    Ich möchte originale Substanz retten, wo es geht – aber um die Anschaffung eines brauchbaren Reparaturbleches komme ich wohl nicht herum. Die Anschaffung lässt mir gleichzeitig die Option, doch den gesamten Träger zu tauschen.
  3. Partieller Austausch der Bodenplatte
    Das hintere Drittel der Bodenplatte wird erneuert. Die Beschädigungen durch die Wagenheberaufnahme und Korrosion unterhalb der verbauten Teerpappen machen kleine Reparaturschweißungen zu aufwendig.

Auf Spurensuche

Ein neues Auto ist auch immer eine Wundertüte: Man findet Dinge, über die man sich freut… und andere.

Ich gebe mir noch ein paar Tage Zeit, um mich mit meinem Neuerwerb zu beschäftigen. Kommende Woche ist dann mein aktuelles Projekt (Siehe myKNIGHT.de) wieder an der Reihe.

Ziel ist es bis dahin, die „bösen“ Stellen des Käfers zu finden und im Anschluss für die Reparaturen vorbereitet zu sein (Teile beschaffen, etc.).

Ich habe den Abend damit begonnen, die Baugruppe der hinteren Stoßstange zu entfernen. Natürlich waren alle Schrauben festgerostet, aber ich habe zumindest keine abgerissen und kann die lackierten Schloßschrauben vermutlich weiterverwenden.

Hintere Stoßstange des VW Käfer auf der Werkbank
Patina in allen Ehren, aber ob die Stoßstange weiterverwendet wird, ist noch fraglich.

Das Stoßstangenblatt wird gegen ein gutes Gebrauchtteil getauscht, die Halter ebenfalls – auseinanderfallen soll der Käfer später schließlich nicht. Die Stoßstangenhörner jedoch möchte ich gerne retten, auch wenn die Spuren der Zeit deutlich zu sehen sind.

Nicht schön ist die Tatsache, dass der Kotflügel unter der Rückleuchte durchgerostet ist. Schön dagegen ist, dass es der Originalkotflügel ist: Originallack und die Spuren der originalen Einkammerrückleuchte belegen dies. Hätte man ihn nur bei der Montage der neuen Leuchte gut konserviert!

Hinterer Beifahrer-Kotflügel des VW Käfer
Das Loch zur Montage der originalen Einkammerrückleuchte belegt: Es ist defintiv ein Originalteil.

Auch das Trittbrett der Fahrerseite musste runter, um den Zustand des Warmluftkanals abschätzen zu können. Das Trittbrett macht insgesamt noch einen einigermaßen soliden Zustand, hat aber ebenfalls deutlich gelitten – wie zu erwarten. Die fiese Verformung (Die Wagenheberaufnahme hatte wohl einmal nachgegeben) konnte ich entfernen. Ich werde mich hier auf Entrosten und Lackieren beschränken, das Trittbrett bleibt!

Ausgebautes Trittbrett des VW Käfer mit aufgeklappten Trittbrettbelag
Mit Gebrauchsspuren, aber solide präsentiert sich das Trittbrett: Hier wird konserviert und erhalten.

Nun schauen wir uns jetzt mal Warmluftkanal und Seitenteile an…

Pflicht und Kür

Nachdem die Türe aufgrund des „Zwischenfalls“ schon weichen musste, habe ich mich direkt noch dem hinteren Radhaus angenommen.

Die Türscharniere waren ziemlich verbogen und haben anscheinend einen Großteil der Energie aufgenommen. Merke: Lieber die, als die A-Säule! Ich habe sie aus der Türe ausgebaut und die Türaußenhaut zumindest einigermaßen wieder in seine ursprüngliche Form gebracht. Zwei kleine Entlastungsschnitte, die später verschweißt werden, müssen hier reichen. Der untere Bereiche der Türe wird in Zukunft sowieso komplett saniert. Die Anprobe im Türausschnitt lässt hoffen, dass an der A-Säule keine strukturellen Beschädigungen vorliegen.

Aufgebohrte Nieten der Türscharniere des VW Käfer
Mittig ankörnen und bohren: So entfernt man die Nieten der Türscharniere problemlos.
Türe der Fahrerseite des VW Käfer ohne montierte Scharniere im Türausschnitt
Eine Passprobe im Türausschnitt lässt hoffen, dass sich die Beschädigungen auf die Scharniere beschränken.

Ich denke der Rest ist überschaubar reparabel, die Türe zu retten. Nach dieser „Pflicht“ zur Beruhigung meines Gewissens habe ich mich einem der hinteren Kotflügel angenommen. Der linke war definitiv nicht mehr original und wurde sehr lieblos überlackiert und montiert. Zum Einsatz kommt hier dann in Zukunft einer der Kotflügel, die ich vergangene Woche abgestaubt habe.

Hinterer Radkasten des VW Käfer ohne montierten Kotflügel
Lack und zentimeterdicker Dreck bedeckten den Radkasten in den letzten Jahrzehnten.

Wirklich interessiert hat mich der Zustand des Radkastens und der Schraubkante. Um diese zu prüfen, musste ich jedoch eine zentimeterdicke Dreckschicht entfernen. Die Befestigung des Häuschens ist weggerostet, ebenso gibt es kleinere Löcher, doch alle Schrauben gingen weitestgehend problemlos auf.

Zerstörter Querträger des VW Käfer
Der Querträger inkl. Schraubkante schockt mit einer Menge Arbeit. Das wird nicht unbedingt Spass machen.

Deutlich hervor trat eine nur sehr grob reparierte Roststelle am hinteren Querträger – hier wusste ich jedoch bereits beim Kauf, dass hier Arbeit auf mich wartet. Ich bin gespannt, wie die andere Seite aussieht.

Erster Schaden nach der Ankunft

Nicht mal 24 h nach der Ankunft an der Mysteriösen Halle gibt es leider eine Beschädigung am Standard-Käfer. Es ist zum heulen.

Ich bin allerdings unschuldig und nicht der Verursacher, nur der Leidtragende. Ich werde zum genauen Hintergrund aufgrund einer getroffenen Vereinbarung auch nichts weiter sagen, aber die Fahrertüre wurde durch Fremdeinwirkung nach vorne gedrückt. Beide Scharniere der linken Türe, die Außenhaut, der Türstopper und leider auch Teile des Seitenteils sind beschädigt. Das ist der Stand der Dinge, so ärgerlich es auch ist.

VW Käfer mit geöffneter Fahrertüre
Über das Maximum hinaus belastet: Die Türe der Fahrerseite lässt sich leider nicht mehr schließen.

Das einzig positive: Der Schaden betrifft in erster Linie die Fahrertüre, die sowieso etwas Liebe braucht. Die gut erhaltene Türe der Beifahrerseite ist nicht betroffen. Ich hoffe, den Schaden durch Austausch der Scharniere und richten der Türhaut beheben zu können. Aktuell sieht es nicht so aus, als wäre die Struktur der Türe auch beschädigt – die Scharniere haben wohl den Großteil der Belastung aufgenommen und werden getauscht.

Die Haltestange der Türe hat schlimmere Schäden an der Regenrinne und dem Übergang des Seitenteils zur A-Säule vermieden, die A-Säule selber sieht unbeschädigt aus. Muss ich jetzt also mit dem über 55 Jahre alten Käfer tatsächlich zum Beulendoktor, oder hake ich das unter „Patina“ und „Historie“ ab?

Verbogene Haltestange der Türe der Fahrerseite
An der Haltestange der Türe ist zu erahnen, welche Kräfte auf die Türe der Fahrerseite eingewirkt haben.
Beschädigter Befestigungspunkt der Haltestange
Die Kräfte haben die Verankerung der Haltestange der Türe in der A-Säule aus ihrer ursprünglichen Position bewegt.

Auch wenn ich mich wiederhole: Es ist ärgerlich. Aber ich versuche es einfach positiv zu sehen: Niemand wurde verletzt!

VW Käfer ohne montierte Fahrertüre
Die Fahrertüre wurde vom Fahrzeug entfernt, um in Ruhe repariert zu werden.