In Erinnerung

Alle meine Autos haben Namen. Bei über 30 Fahrzeugen in 14 Jahren war dies irgendwann notwendig, um den Überblick zu behalten.

Die Namen meiner Autos haben auch immer eine Bedeutung. Nach dem Kauf ist es immer eine schöne Tradition, sich einen passenden Namen zu überlegen.

Meinen Standard-Käfer, auf dem es hier auf BugTales.de geht, hatte ich ursprünglich „Tommy“ getauft. Benannt nach dem Kölner Sänger Tommy Engel, der damals einen jupitergrauen Käfer sein Eigen nannte.

Im Laufe dieser Woche hat meine Familie leider einen schmerzlichen Verlust erlitten: Ein treuer Freund und Nachbar ist nach kurzer und heftiger Krankheit plötzlich verstorben.

Ich möchte dieses Projekt daher gerne diesem besonderen Menschen widmen – aus diesem Grunde hört mein Käfer fortan auf den Namen „Pitter“, das kölsche Wort für „Peter“.

In Erinnerung
1935-2016

Neues Futter

Der ein oder andere hat es bereits mitbekommen, aber BugTales.de wurde umfangreich überarbeitet.

Aufgrund einer beruflichen Umstellung und anderer Verpflichtungen hatte ich in der Zeit zwischen Februar und Oktober keine Zeit für den Blog gefunden. Nun habe ich die letzten Tage und Wochen genutzt, um viele Beiträge zu ergänzen und über die vergangenen Arbeiten zu berichten.

Ich wünsche euch viel Spass beim lesen der neuen Beiträge. Ab sofort bleibe ich wieder regelmäßig am Ball!

Shooting vor der Mysteriösen Halle

Auch der Platz in der Mysteriösen Halle ist begrenzt. Nach einem Jahr wurde es Zeit, den Käfer einmal zu drehen: Dabei bot es sich an, ein paar Fotos zu machen.

Die maroden Bleche auf der Fahrerseite sind ja bereits weitestgehend entfernt, nun geht es also der Beifahrerseite an den Kragen. Auch hier sind leider Bodengruppe und Häuschen mit gut gemeinten Reparaturblechen am Warmluftkanal miteinander verbunden.

Um Platz für die weiteren Arbeiten zu haben, habe ich den Standard-Käfer gedreht und bei der Gelegenheit noch ein paar Fotos vom Ist-Zustand vor der Mysteriösen Halle gemacht.

Standardmodell eine VW Käfer vor den Toren der Mysteriösen Halle
Von Vorne sieht der Käfer fast so aus, als würde er in wenigen Minuten wieder fahrbereit auf der Straße sein.
Heck des VW Käfer mit demontiertem Fahrerkotflügel vor der Mysteriösen Halle
Das Heck schreit nach Arbeit: Vermutlich müssen beide Kotflügel getauscht werden, Schweißarbeiten stehen an den Endspitzen und Radkästen an.
VW Käfer in der Standard-Ausführung mit entfernter Fahrertüre vor den Toren der Mysteriösen Halle
An der Seite wird die Arbeit der letzten Monate deutlich: Türe für Schweiß- und Reparaturarbeiten entfernt, Warmluftkanäle freigelegt und das Seitenteil aufgeschnitten

Das Drehen ist abgehakt: Nun kann es in den nächsten Monaten dann auf der Beifahrerseite weitergehen. Ich bin wirklich gespannt, welche Überraschungen hier auf mich warten werden.

Potentieller Ersatz dank dem bugnet

Bodengruppe eines VW Käfer in einem Transporter
Eine Bodengruppe im Fundus ist immer gut, also griff ich zu, als sich die Chance bot.

Das bugnet ist seit 1999 Anlaufstelle für Käfer-Fans im gesamten deutschsprachigen Raum. Und auch im Jahr 2016 bieten sich dank dem Markt gute Gelegenheiten für ein Schnäppchen. Als die Bodengruppe für Bundbolzen-Vorderachsen auf meinem Radar auftauchte, überlegte ich nicht lange.

Das die Bodengruppe bei meinem Standard-Käfer zum Einsatz kommt, versuche ich natürlich zu vermeiden. Aber trotzdem ist es ein gutes Gefühl, Ersatz im Fundus der Mysteriösen Halle zu wissen.

Die Reste eines Warmluftkanals

Mein Käfer hat gelebt. Er wurde nicht nur gefahren, sondern auch „zeitwertgerecht“ repariert, z.B. wurden die Warmluftkanäle mehrfach geflickt. Die Qualität dieser Reparaturen steht leider im krassen Gegensatz zu einer ordentlichen Teilrestauration.

Die Seitenbleche beider Warmluftkanäle entsprechen nicht mehr dem Originalzustand. Auch die Deckbleche am unteren Ende sehen nicht besser aus. Um die Karosserie von der Bodengruppe trennen zu können, muss ich mich dieser Problematik leider stellen – ob es mir passt oder nicht.

Begonnen habe ich mit der Fahrerseite, und wirklich behutsam musste ich in diesem Zusammenhang nicht vorgehen. Ich habe sowieso die Entscheidung getroffen, die Bodenhälften des Käfers zu erneuern, also konnte ich wieder mit sanfter Gewalt an die Sache herangehen.

Es war wie erwartet: Im Rahmen einer Reparatur vor grauen Vorzeiten wurden Bleche über die originalen Warmluftkanäle geschweißt. Als wenn das nicht genug wäre, wurde die Bodengruppe mit der Karosserie verbunden. Dies ist ein weiterer Beweis dafür, dass ich um diese Arbeiten nicht herum gekommen wäre.

Hinteres Ende eines Warmluftkanals eines VW Käfer mit entferntem Deckblech und deutlichen Korrosionsspuren
Mit Blechen wurden Karosserie und Bodengruppe miteinander verschweißt. Von der originalen Substanz des Warmluftkanals ist deshalb nicht mehr viel übrig geblieben.

Stück für Stück arbeitete ich mich vom hinteren Ende des Warmluftkanals bis an das vordere Ende hervor. Erstaunlicherweise ist der Warmluftkanal nicht völlig marode, zwei von vier Seiten des Kanals sind sogar noch relativ kernig. Dennoch macht hier ein Teilaustausch nicht viel Sinn, in Zukunft möchte ich beide Warmluftkanäle tauschen.

Aufgeschnittener Warmluftkanal eines VW Käfer mit entferntem seitlichem Deckblech
Der Zustand des Warmluftkanals ist schlecht, aber besser als ursprünglich erwartet. Es gibt doch ein paar gute Stellen, die Hoffnung machen.

Interessanterweise war die gesamte Originalsubstanz des Warmluftkanals noch vorhanden: Da sich der lose Rost in der geschlossenen Struktur nicht verlieren konnte, kam nach Auftrennen der Seite alles wieder zum Vorschein. Man kann sich schon darüber wundern, welches Gewicht auf diese Weise zu Stande kommt.

Rostige Metallschuppen aus einem korrodierten Warmluftkanal eines VW Käfer
Ein paar Kilogramm an Metallschrott kommen schon zusammen, wenn man die Reste aus dem Warmluftkanal sammelt und auf die Waage stellt.

Im Endeffekt ist der Gesamteindruck sogar besser als erwartet. Ich war darauf eingestellt, dass das gesamte Karosserieteil extrem morsch ist – dies war aber nicht der Fall. Das originale Blech hatte bei diesen Reparaturmaßnahmen in der Vergangenheit überhaupt keine andere Chance, als zu rosten.

Aufgeschnittener Warmluftkanal eines VW Käfer mit deutlichen Spuren von Korrosion
Nicht alles ist schlecht: So gibt es auch am Warmluftkanal durchaus kernige Bestandteile. Der Rost beschränkt sich im größenteils auf die Reparaturstellen.

Der finale Stand öffnet die Augen ein Stück weiter und macht Mut für den weiteren Weg. Den Vorbesitzern mache ich übrigens keinerlei Vorwürfe für derartige Reparaturen: Der Wagen kommt nunmal aus einer Zeit, in der er als Gebrauchswagen angesehen wurde und nicht als automobiles Fossil bzw. Klassiker mit Zukunft.

Trennung von Bodengruppe und Häuschen

Leider wurde nach Kauf des Standard-Käfers schnell deutlich, dass es ohne eine Trennung von Bodengruppe und Karosserie nicht geht. Der erste Schritt für diese Maßnahme ist nun getan.

Die über 20 Schrauben, die Karosserie und Bodengruppe miteinander verbinden, sind gelöst. Dieser im geschrieben Wort recht einfach klingende Vorgang entpuppte sich in der Praxis als doch etwas aufwendiger. Leider sind die Warmluftkanäle des Käfers stärker von Korrosion betroffen als gedacht, und die Hälfte der Schrauben an dieser Stelle konnten nicht sauber entfernt werden.

Ursache der Probleme sind die Käfigmuttern in den unteren Deckblechen. Diese lösen sich gerne beim Versuch, die Schrauben zu entfernen – und dann wird es etwas „schmutzig“. Insgesamt vier oder fünf Schrauben konnte ich nur mit sanfter Gewalt entfernen.

Beschädigte Unterlegplatten inkl. Schrauben eines VW Käfer
Die Spuren der sanften Gewalt zeigen sich in Schrauben und Unterlegplatten, die nicht wiederverwendet werden können.
Ausgerissene Verschraubung in der Bodengruppe eines VW Käfer
Nicht jede Schraube in den Bodenhälften des Käfers konnte gerettet werden, doch schlussendlich müssen diese sowieso ersetzt werden.

Warum die sanfte Gewalt? Ein Schneiden bzw. Flexen nur ca. 10 cm über meinem Kopf war mir ehrlich gesagt zu heikel – und ersetzen muss ich Warmluftkanäle und Bodenhälften sowieso, da ging die Sicherheit vor.

Im nächsten Schritt nehme ich mir die „zeitwertgerechte Reparaturstelle“ des Warmluftkanals auf der Fahrerseite vor – ich bin gespannt, welche Überraschungen hier noch auf mich warten werden.

Ein wenig Tieferlegung muss sein

Jedes Projekt benötigt eine Vision, eine Vorstellung von dem fertigen Endergebnis. Und so langsam kristallisieren sich die ersten Ideen für den Käfer heraus.

Im Eintrag mit dem Titel „Zukunftsplanung“ hatte ich im Februar bereits einmal dargelegt, in welche Richtung ich meinem Standard-Käfer entwickeln möchte. Zusammengefasst: Das „Fundament“ soll in Ordnung gebracht werden und die Patina des Rests erhalten bleiben.

Was an mir jedoch nicht spurlos vorbeigeht, ist das Thema „Low and Slow“ in der Szene. Ich mag einfach den tiefergelegten Look der klassischen, luftgekühlten VW sehr gerne. Man kann zur Tieferlegung von Käfern stehen wie man möchte, ich werde diesen Weg auch mit meinem Standard gehen. Heisst konkret: Schön tief, aber noch im fahrbaren Bereich. Und mit der wichtigen Option, jederzeit den Originalzustand wiederherstellen zu können – gerade das ist mir besonders wichtig!

Ich habe aus diesem Grund eine zweite Bundbolzen-Vorderachse gekauft. Neben der Tieferlegung werde ich diese im Rahmen der „Bodengruppentherapie“ überholen. Die ersten Arbeiten sind bereits erfolgt: Ich habe die gesamte Achse zerlegt und die benötigten Teile bereitgelegt.

Bundbolzen-Vorderachse eines VW Käfer auf der Werkbank der Mysteriösen Halle
Auf der Werkbank der Mysteriösen Halle beginnt die Zerlegung der Vorderachse.

Die Achsschenkel nehmen in diesem Prozess eine besondere Rolle ein: Da mir das benötigte Werkzeug fehlt, um die Bundbolzen der Achsschenkel nach Werksvorgabe auszutauschen, habe ich diese durch einen externen Dienstleister überholen lassen.

Gebrauchter Bundbolzen-Achschenkel eines Vorderachskörpers eines VW Käfer
Da für den Austausch der Bundbolzen u.a. eine Reibahle benötigt wird, gebe ich diese Arbeit ausser Haus.

Die weitere Zerlegung der Vorderachse ist pures, ehrliches Schrauben. Die Tragarme, die Federpakete und das Lenkgetriebe werden der Reihe nach ausgebaut. Die mehrere Jahrzehnte alte Schicht aus Rost, Dreck und Fett machen die Demontage dabei nicht unbedingt einfacher, stellen einen aber auch nicht vor unlösbare Probleme.

Entfernter Achsschenkel eines Bundbolzen-Vorderachskörpers eines VW Käfer
Die Tragarme werden mit einer Schraube fixiert, nach Lösen dieser Schraube sind die Tragarme einfach abzuziehen.
Fast komplett demontierter Bundbolzen-Vorderachskörper eines VW Käfer auf der Werkbank in der Mysteriösen Halle
Auch die Federpakete werden durch eine Madenschraube gesichert. Ist diese gelöst, werden sie aus dem Achskörper geschlagen.

Neben der bereits erfolgten Überholung der Achsschenkel werden in der nächsten Zeit auch die anderen Teile der nachgekauften Vorderachse überarbeitet, gesandstrahlt und pulverbeschichtet. Die gesamte Bremsanlage bleibt davon unberührt, hier werde ich die Teile der originalen Seilzug-Bremsanlage von meinem Fahrzeug verbauen.

Demontierte Tragarme eines Vorderachskörpers eines VW Käfer
Reinigung, Sandstrahlarbeiten, Pulverbeschichtung – mehr Arbeiten sind an den Tragarmen nicht notwendig.

Ich hatte das Glück, eine bezahlbare und brauchbare Vorderachse für meine Tieferlegung zu bekommen. Die größten Arbeiten sind nun noch der Einbau von Rasterplatten in den Achskörper, anschließend können die Teile wie oben beschrieben überarbeitet und die Vorderachse mit Neuteilen (Lager, Dichtungen, etc.) zusammengesetzt werden.

Testlauf und Ausbau des Motors

Eine Sache stand noch aus, bevor es richtig zur Sache geht: Ich wollte den Motor hören. Dabei ging es mir weniger um den Sound, als um die Tatsache, das er gesund ist.

Armin hat mir beim Verkauf zugesichert, dass der Motor korrekt funktioniert und ich hatte natürlich keinen Grund, ihm das nicht zu glauben. Dennoch wollte ich es selber erleben, sein Auto zum ersten Mal zu hören ist schließlich ein erhabenes Gefühl.

Ich habe mir von meinem Freund Memduh eine Zündspule für 12 V geliehen und ein paar Adapterkabel gebastelt, um den Anlasser zu betätigen. Danach habe ich das Ventilspiel korrekt eingestellt und das Motoröl gewechselt – dieses war nur mit guter Zusprache dazu zu bewegen, die Ölwanne zu verlassen… es muss jahrzehntelang dort verweilt haben!

Ölwanne unter dem VW Käfer bei Ablassen des Motoröls
Das alte, zähflüssige und jahrzehntealte Motoröl muss natürlich raus, bevor der Motor wieder gestartet wird.

Bilder sagen mehr als 1.000 Worte – und ein Video mehr als 1.000 Bilder. Daher probieren wir jetzt also mal etwas ganz neues auf BugTales.de. Ich präsentiere euch ein Video des ersten Testlaufs!

Unmittelbar danach konnte ich dann mit dem Motorausbau beginnen. Der Motor muss raus, da ich diesen reinigen (nicht überholen) möchte. Ausserdem führt am Ausbau kein Weg dran vorbei, wenn ich die Bodengruppe sauber sanieren möchte.

Aufgebockter VW Käfer in Vorbereitung auf einen Motorausbau
Das Heck des Käfers wurde entsprechend hoch gebockt, um den Motor nach unten ablassen zu können.

Binnen weniger Minuten war der Motor aus dem Käfer ausgebaut. Wie allgemein bekannt, ist das aufwendigste daran die Vorarbeit: Ich habe das Heck des Fahrzeugs entsprechend hoch gebockt, um den Motor anschließend bequem ablassen zu können.

Ausgebauter Motor hinter einem VW Käfer
Zwar kein Weltrekordtempo, aber wirklich aufwendig ist der Ausbau nicht: Der Motor ist bereit für die Säuberung.

Der Motor wird nun einen sicheren Platz in der Mysteriösen Halle erhalten. Im Laufe der nächsten Monate wird er dann gereinigt und 1:1 wieder verbaut, wenn der Rest dafür bereit ist.

Ein echter Scheunenfund

Schon vor einigen Monaten, unmittelbar nach dem Kauf des Standard-Käfers, erreichten mich tolle Bilder, die die Historie meines Fahrzeugs eindrucksvoll belegen.

Armin, der nette Verkäufer meines Fahrzeugs, hat den Standard ein paar Monate vor meinem Kauf zusammen mit einem Ovali in einer Scheune entdeckt. Wir können hier also tatsächlich von einem echten Scheunenfund sprechen – und natürlich möchte ich euch diese Bilder nicht vorhalten.

Scheunenfund eines VW Käfer, bedeckt mit Stroh und Dreck
Unmittelbar nach betreten der Scheune fällt der Blick auf ein bekanntes Gesicht.

Wie viele Jahre der VW Käfer in der Scheune stand, wurde leider nicht übermittelt. Die Spuren auf dem Lack deuten aber darauf hin, dass es mehrere Jahre gewesen sein müssen. Im Hintergrund ist hier auch schon der Ovali zu sehen, der zusammen mit meinem Standard-Käfer aus seinem Zwischenlager befreit wurde.

Innenraum des VW Käfer während der Lagerung innerhalb einer Scheune
Der Innenraum zeigt sich nach jahrelanger Lagerung in der dunklen Scheune zwar dreckig, aber intakt.

Unberührt, wie in einer Zeitkapsel, hat der Innenraum des Standard-Käfer die jahrelange Lagerung überstanden. Die Schonbezüge auf den Sitzen und den Türverkleidungen zeigen sich dabei maßgeblich für den hervorragenden Zustand des Innenraums verantwortlich.

VW Käfer beim Ausparken aus einer Scheune, bedeckt mit Stroh und Dreck
Mit reiner Muskelkraft wird der VW Käfer aus seiner Herberge verschoben.

Einen authentischeren Scheunenfund gibt es damit kaum noch – auf einen Start des Motors wurde an dieser Stelle verzichtet.

Standard- und Export-Modell des VW Käfer nach der Bergung aus einer Scheune
Beide Käfer warten nach ihrer Bergung auf den Transport in ihr neues Zuhause – und auf ihre neuen Besitzer.

Wie schon geschrieben, konnte Armin neben meinem Standard-Käfer auch einen Ovali aus den Tiefen der Scheune bergen. Laut den Bildern scheint mein riedgrüner Standard die Lagerung etwas besser überstanden als der blaue Ovali.

Standard-Modell des VW Käfer auf einem PKW-Anhänger, bereit für einen Autotransport
Rückwärts auf den Hänger und bereit für die kurze Reise.

Das Ende einer Ära endete dann mit dem Transport auf dem PKW-Anhänger. Eine weite Reise war es nicht, hat Armin die Käfer doch in seiner Nachbarschaft gefunden.

Verdrecktes Standard-Modell und Export-Modell des VW Käfer nach Bergung aus einer Scheune
Bereit für den Verkauf im neuen Zuhause, das Bild entspricht dabei fast der späteren Verkaufsbilder im Bugnet.

Der Ovali und der Standard wurden beide unmittelbar hintereinander und im unveränderten Zustand im Bugnet eingestellt. Leider weiß ich nicht, wohin der Ovali verkauft wurde – war ich doch daran kurzfristig auch interessiert.

Zukunftsplanung

Alles muss raus am Ende des Jahres: Die Vorbereitungen für die weiteren Arbeiten laufen auf Hochtouren.

Ja, mein Firebird Trans Am, den ich in jahrelanger Arbeit zum „K.I.T.T.“ aus „Knight Rider“ verwandle (mehr dazu auf myKNIGHT.de) hat aktuell nach wie vor Vorrang.

Dennoch habe ich mich Ende des Jahres nochmal hingesetzt und mir überlegt, wie es mit dem Käfer weitergehen soll. Mein Standard ist original und dementsprechend relativ selten. Gebaut 1959, also vor über 55 Jahren, steht der Kleine mittlerweile kurz vor der „Rente“. Nur klar, dass sich da Ermüdungserscheinungen zeigen. An der Bodengruppe nagte der Zahn der Zeit ebenso wie an dem Häuschen, letzteres weist jedoch die von mir so geliebte Patina auf, die ich nicht zerstören möchte.

Meine Planung sieht daher wie folgt aus: Ich möchte die Bodengruppe inkl. Motor, Getriebe und den Achsen überholen. Der Käfer soll auf einem zuverlässigen und stabilen Fundament stehen. Zum Einsatz sollen dabei möglichst gute Gebrauchtteile oder Neuteile von Vewib kommen. Das Häuschen behält seine Patina und wird nicht lackiert – die stark in Mitleidenschaft gezogenen Stellen (z.B. Warmluftkanäle, Querträger, Seitenteile und die hinteren Endspitzen) werden jedoch umfassend instand gesetzt. Ich möchte keine „Ratte“ mit tausend Löchern, aber den Charme der Zeit erhalten. Kleine Beschädigungen bleiben daher erhalten.

Nach dem Entfernen des Teppichs wird der Zustand des Häuschens deutlich. So gibt es gute Ecken, wie z.B. die vordere Spritzwand und nicht ganz so gute Ecken, wie das untere Ende der A-Säule auf der Beifahrerseite.

Vordere Spritzwand mit entferntem Teppich
Die vordere Spritzwand macht nach der Entfernung des Teppich einen guten Eindruck.
Beschädigte A-Säule und Warmluftkanal auf der Beifahrerseite des VW Käfer
Notwendige Arbeiten werden an der A-Säule deutlich, die bereits einmal mit Fiberglass repariert wurde.

In Vorbereitung auf den ersten Schritt – die Demontage des Häuschens zur Überarbeitung der Bodenplatte – habe ich Ende 2015 die Innenausstattung komplett ausgebaut und an einem sicheren Ort eingelagert. Es wäre schließlich zu schade, wenn die gut erhaltene Ausstattung in irgendeiner Form beschädigt werden würde.

Sehr gut erhaltene Vordersitze des VW Käfer nach dem Ausbau
Beide Sitze inkl. Rücksitzbank waren dank Schonbezügen vor den Einflüssen der letzten Jahrzehnte gut geschützt.

Auch die Türverkleidungen sind in einem wirklich sehr guten Gesamtzustand. Sie wurden jahrelang durch eine selbstgebaute, grüne Abdeckung geschützt.

Sehr gut erhaltene Türverkleidungen des VW Käfer nach dem Ausbau
Schonbezüge schützten sogar die Türverkleidungen vor Verschleiss und Witterung.

Wie es nun weitergeht? Es gibt keinen Zeitplan für 2016. Doch der Käfer wird mir – immer mal wieder – als schöne und spannende Abwechslung zur Firebird-Restauration dienen.